In Hannover

Der Ballhofplatz

Falsches Mittelalter

Der Ballhofplatz, Foto: M. Pechel

Der Ballhofplatz erscheint heute als ein idyllischer Rest des Mittelalters in Hannover. Dabei ist er viel jünger: Der Platz selber und seine Randbebauung sind ein Ergebnis der nationalsozialistischen Altstadtsanierung vor dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang

 

Der Maschsee

Beliebtester Ort Hannovers

Arbeitslose 1935 beim Bau des Maschsee, Bildarchiv Historisches Museum Hannover

Jogger, Wassersportler, Inline-Scater: Der Maschsee ist wahrscheinlich das beliebteste Naherholungsgebiet der Hannoveraner. Wenigen ist bewusst, dass sein Bau ein Vorzeigeprojekt der Nazis war.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                                Kontakt: Städtische Erinnerungskultur

 

Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer

Gräber für Opfer aus ganz Europa

Mahnmal Maschsee Nordufer   Foto: M. Pechel

Auf diesem Gräberfeld ruhen 386 KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene aus ganz Europa. Unter ihnen sind 154 Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die bei einer Massenerschießung am 6. April 1945 – vier Tage vor der Befreiung Hannovers – auf dem Stadtfriedhof Seelhorst ermordet wurden.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                                Kontakt: Städtische Erinnerungskultur, IG Metall Hannover, Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

 

Die Stadtmodelle im hannoverschen Rathaus

Vier Stadtmodelle in der Kuppelhalle

Stadtmodelle im Rathaus Hannover, Foto Netzwerk Erinnerung und Zukunft e.V.

Sie zeigen anschaulich die Entwicklung Hannovers von der kleinen welfischen Residenzstadt (1689) zur Industriestadt am Vorabend des Zeiten Weltkriegs (1939), von der durch Bomben fast vollständig zerstörten Innenstadt (1945) bis zum Wiederaufbau als „autogerechte Stadt“ (2012).

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                                Kontakt: Städtische Erinnerungskultur

 

Aegidienkirche: Ein Mahnmal gegen den Krieg

Kirche des Mittelalters

Aegidienkirche Foto M. Pechel

Die Aegidienkirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts als gotische Hallenkirche errichtet. Sie ist neben Marktkirche und Kreuzkirche eine der drei Kirchen der Hannoverschen Altstadt.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang

 

 

Strassenumbenennungen: „Adolf-Hitler-Straße“

Politische Umbenennungen
Foto: Wilhelm Hauschild,1936. HAZ-Hauschild-Archiv im Historischen Museum

Im Zuge der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurden in Hannover ebenso wie in anderen Städten des Deutschen Reiches eine Reihe von Straßen und Plätzen aus politischen Gründen umbenannt. Nicht nur Prachtstraßen wie die heutige Bahnhofstraße, sondern auch abgelegene Seiten- und Querstraßen fielen der Umbenennungswut zum Opfer.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang

Klagesmarkt: Versammlungsplatz der hannoverschen Arbeiterbewegung

Lange Tradition als Marktplatz
Infotafel Klagesmarkt Foto: Netzwerk Erinnerung und Zukunft e.V.

Am Ort des heutigen Klagesmarkt wurden lange Zeit öffentliche Hinrichtungen vor dem Stadtmauern Hannovers vollzogen. Danach begann seine bis heute bestehende Geschichte als Handelsplatz: Einer der größten Pferdemärkte Europas, und seit dem 19. Jahrhundert Markt für Topf- und Porzellanwaren („Pöttemarkt“) und täglicher Obst- und Gemüsemarkt.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                                Kontakt: DGB Region Niedersachsen-Mitte

Oberfinanzpräsidium Hannover

NS-Staatsapparat
Das Landesfinanzamt in der Hardenbergstraße (1937), Bildarchiv Historisches Museum Hannover

Politischer Terror und bürokratisches Handeln ergänzten sich. Ordnungs – und Finanzbehörden gehörten dabei zu den besonders wirksamen Instrumenten staatlicher Unterdrückung gegenüber „Gemeinschaftsfremden“.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang

 

Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

Ort der Moderne
Landesmuseum, Foto M. Pechel

Hannover war in den 1920er Jahren eine moderne Industriestadt – und im allgemeinen Kunstgeschmack gleichzeitig „stocksteife Provinz“ (Sophie Küpper-Lissitzky). Gleichwohl bestanden mit der Kestner-Gesellschaft, der Landesgalerie unter Alexander Dorner und der Künstlergruppe die abstrakten hannover mit Kurt Schwitters einige Inseln der Avantgarde. Dieser Aufbruch wurde nach 1933 erstickt.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang

 

Stadtfriedhof Seelhorst

Stele Friedhof Seelhorst, Foto: Netzwerk Erinnerung und Zukunft e.V.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es auf dem Friedhof zu einem Endphaseverbrechen. Am 6. April 1945 trieben Angehörige der Gestapo-Dienststelle Ahlem vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Seelhorster Friedhof und töteten 154 Menschen. Am 2. Mai 1945 wurden „belastete Nazis“ von der US-Armee gezwungen, das Massengrab auszuheben, bei dem 526 Leichen entdeckt wurden. 386 wurden in einem Trauerzug zum Maschsee gefahren und am Nordufer bestattet.

Weitere Informationen: Wikipedia, PDF Dokument Friedhöfe                                                           LH Hannover

 

Technische Hochschule Hannover und die Verfolgung Theodor Lessings

Ein Schloss wird Universität
Leibniz Universität Hannover,         Foto M. Pechel

Das Hauptgebäude der heutigen Leibniz Universität sieht nicht nur aus wie ein Schloss, es wurde als Welfenschloss gebaut. Nur hörte das Königsreich Hannover nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen im Jahr 1866 auf zu existieren. Hannover wurde zur preußischen Provinzhauptstadt. Kurz darauf zog die Technische Hochschule in das leer stehende Gebäude ein.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                                   Universität Hannover: Theodor Lessing: Philosoph und Publizist       Leibniz Universität Hannover: Aufarbeitung der NS-Zeit

 

Kreuzstraße: Kneipe der SA

Ausgangspunkte des Terrors
Kreuzklappe Foto M. Pechel

Während des Aufstiegs der nationalsozialistischen Partei hatten sich in der ausgehenden Weimarer Republik „Sturmlokale“ oder „Verkehrslokale“ gegründet.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                            Wikipedia-Beitrag: Kreuzklappe

 

Die Mellini-Affaire

Boulevard-Theater im Stadtzentrum
Mellini-Theater (i.d. heutigen Kurt-Schuhmacher Str.) Zeitgenössische Postkarte

In der Kavalleriestraße (heute Kurt-Schumacher-Straße) befand sich gegenüber der Einmündung der Odeonstraße das Mellini-Theater. Es handelte sich dabei um ein Varieté- Theater oder Boulevard-Theater.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                            Wikipedia-Beitrag: Mellini-Theater

 

 

Lange Laube: „Straße der SA“ mit benachbarter Gauleitung

Politische Umbenennungen
Lange Laube ehem. „Strasse der SA“

Viele Straßen Hannovers wurden nach 1933 nach prominenten Persönlichkeiten des Nationalsozialismus oder zu Ehren von  Parteiorganisationen umbenannt. Die Bahnhofstraße wurde zur „Adolf-Hitler-Straße“, der Platz vor der Stadthalle zum „Hermann-Göring-Platz“ – und die Lange Laube zur „Straße der SA“.

Weitere Informationen: Digitaler Stadtrundgang                            Wikipedia-Eintrag: Hartmann Lauterbacher