ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge

Gedenktafel Waldfriedhof Misburg Mahnmal KZ-Außenlager Misburg

Mahnmal KZ Außenlager Misburg Foto: M. Pechel

Im Zuge der alliierten Luftoffensive gegen die deutsche Treibstoffindustrie im Mai und Juni 1944 kam es auch zu erheblichen Zerstörungen der Erdölraffinerie DEURAG-NERAG am Mittellandkanal in Misburg, einem der kriegswichtigen Hauptlieferanten von Flugzeugbenzin. Für die Wiederaufnahme der Produktion wurde ab Ende Juni 1944 am Werksgelände ein Konzentrationslager für bis zu 1.000 männliche Häftlinge errichtet, die anfangs in Zelten und Erdhöhlen vegetieren mussten, bis im Verlauf von Herbst und Winter Holzbaracken aufgebaut wurden. Russen und Polen bildeten mit zusammen ca. 70 Prozent die Hauptgruppen der Häftlinge, gefolgt von Franzosen. Nachgewiesen sind 55 Todesfälle, die Zahl der Opfer wird sehr viel größer gewesen sein. Wie die übrigen KZ-Außenlager Hannovers wurde dieses Lager am 6. April 1945 geräumt und die Häftlinge auf einen über 70 Kilometer langen „Todesmarsch“ in das KZ Bergen-Belsen verbracht.

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Mahnmal KZ-Außenlager für Frauen/Brink-Hafen

Mahnmal für das KZ-Außenlager für Frauen, Brink/Hafen Quelle: Tim Schredder auf wikimedia commons

Anfang Oktober 1944 traf ein Transport mit ca. 500 weiblichen Häftlingen des KZ Stutthoff bei Danzig mit Viehwaggons in Langenhagen bei Hannover ein. Es handelte sich dabei in der Mehrzahl um polnische Frauen, die nach dem Ende des Warschauer Aufstands nach Deutschland verschleppt worden waren und nun in den Brinker Eisenwerken zur Produktion von Flugzeugteilen sowie Waffen und Munition gezwungen wurden. Das Lager bestand nur wenige Monate. Nach einem Luftangriff auf das Werk und der völligen Zerstörung der Baracken zu Anfang des Jahres 1945 wurden sämtliche Häftlinge in das KZ-Außenlager Hannover-Limmer verlegt. Eine Anzahl der Frauen musste weiterhin im Brinker Werk arbeiten, andere wurden in der Gasmaskenproduktion der Continental Gummi-Werke oder in Arbeitskommandos zur Enttrümmerung und für Aufräumarbeiten im Stadtgebiet Hannovers eingesetzt.

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Denkmal KZ Außenlager Stöcken (Akku) Marienwerder

Denkmal Außenlager KZ Stöcken Foto: M. Pechel

Im Hannoveraner Ortsteil Marienwerder wurde direkt neben der damaligen Akkumulatoren-Fabrik AG (AFA), der späteren Varta AG, von Juli 1943 an auf einer Brachfläche ein KZ-Außenlager errichtet. Das Lager erreichte Mitte des Jahres 1944 eine Belegung von ca. 1.500 Häftlingen. Die Akkumulatorenfabrik AG produzierte Batterien für U-Boote und Torpedos. Unzureichende Ernährung und ein drako-nisches Regime durch SS und Kapos mit zahlreichen Hinrichtungen führten im KZ Stöcken zu mehr als 400 Todesfällen; dazu kommt eine unbekannte Zahl von Todesopfern unter jenen, die als arbeitsunfähig in das Hauptlager Neuengamme zurückgebracht wurden.

Weitere Informationen: Wikipedia-BeitragPDF-Dokument (Text alte Website)PDF-Dokument Geschichte des KZ Hannover Stöcken                                                                                    Kontakt: Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken