Neuer Vorstand setzt auf Kontinuität und neue Impulse

Die Mitgliederversammlung hat gewählt

Der neue Vorstand. Von links nach rechts: Beate Gonitzki, Anke Biedenkapp, Katarzyna Miszkiel-Deppe, Sebastian Wertmüller und Gregor Kritidis. Copyright: Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover e.V.

Am 28. Oktober 2025 fand in den Verdi-Höfen die reguläre Mitgliederversammlung des Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover e.V. statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. die Wahl eines neuen Vorstandes, da Horst Dralle und Tom Seibert nach ihrer zehnjährigen Vorstandsarbeit nicht noch einmal angetreten waren. Als Ergebnis der geheimen Abstimmung wurden Sebastian Wertmüller (Vorsitzender), Anke Biedenkapp (Stellvertreterin), Beate Gonitzki (Stellvertreterin), Gregor Kritidis (Beisitzer) und Katarzyna Miszkiel-Deppe (Beisitzerin) gewählt. Dabei gehörten Anke Biedenkapp und Katarzyna Miszkiel-Deppe bereits dem vorherigen Vorstand an, während die drei weiteren gewählten Mitglieder erstmals in das Gremium eintreten. Dadurch wird sichergestellt, dass einerseits die Kontinuität gewahrt bleibt und andererseits innovative Impulse in die Arbeit eingebracht werden. Für den uns entgegengebrachten Vertrauensvorschuss möchten wir uns von Herzen bedanken.

Doch bevor wir unsere Pläne grob skizzieren und uns persönlich kurz vorstellen, möchten wir an dieser Stelle zuerst Horst Dralle und Tom Seibert für ihre langjährige Vorstandsarbeit herzlich danken. Wie wir wissen, haben die beiden nach dem plötzlichen Tod von Horst Meyer die Leitung des Vorstands, und damit Verantwortung, übernommen und den Verein durch die stürmische See wieder in ruhiges Fahrwasser geführt. Durch ihre unerlässlichen Bemühungen konnten viele neue Mitglieder gewonnen werden, die das Netzwerk vielfältiger und durchsetzungsfähiger machen.

Wir wissen, dass Horst und Tom bedeutende Beiträge geleistet haben und uns einen gut aufgestellten Verein übergeben haben. Es freut uns, dass beide auch künftig mit ihrer Expertise zur Verfügung stehen und uns ihre Unterstützung zugesagt haben.

Vorstandsarbeit ist nie eine Soloabenteuer, sondern immer ein Teamsport. In diesem Sinne wollen wir gemeinschaftlich das Netzwerk Erinnerung und Zukunft weiterentwickeln und noch sichtbarer machen; die Zusammenarbeit unter den Mitgliedern fördern; öffentliche Diskurse initiieren; uns in politische und gesellschaftliche Themen einmischen; dafür sorgen, dass der Verein weiterhin auf finanziell sicheren Beinen steht und ein guter Arbeitgeber für unsere Netzwerkreferentin Karolin Quambusch sein.

Erinnerungsarbeit wird perspektivisch neue Wege gehen müssen, da die starken Stimmen der Zeitzeug*innen endgültig verstimmen werden. Daher wird es die schwere gemeinsame Aufgabe des ganzen Netzwerkes sein, Antworten auf diese Leerstellen zu finden. Dabei sollten wir auch Überlegungen anstellen, wie wir weitere Communities in den Blick nehmen und mit unserer Arbeit verbinden. Als Beispiel sei da das Franco-Erbe genannt. In diesem Sinne möchten wir die nächsten zwei Jahre gestalten und hoffen auf die Mitwirkung aller Mitglieder.

Mit einigen wenigen Worten möchten wir uns am Ende noch persönlich vorstellen:

Sebastian Wertmüller: Bis April 2025 Geschäftsführer bei der Gewerkschaft ver.di in Braunschweig, davor einige Jahre DGB-Regionsvorsitzender in Hannover und in Göttingen. Ursprünglich Sozialarbeiter, einige Erfahrung mit Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit und in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.

Anke Biedenkapp: Gründerin und Geschäftsführerin von Stattreisen Hannover sowie Organisatorin der weltweit einzigen Messe für nachhaltigen Tourismus (1990 – 2011). Danach übernahm sie die Verantwortung für Global Partnership Hannover e.V., wo sie den Fokus v.a. auf Erinnerungskultur, zukunftsfähige Stadtentwicklung, Europäische Kulturrouten und jüdische Lebenswelten richtet.

Beate Gonitzki: Fachbereichsleitung für Politik und Kultur beim Bildungsverein Hannover, davor Sendeleitung beim Bürgersender radio flora. Nicht erst seit der Magisterarbeit mit dem Thema „Das Phänomen des Nichthandelns anhand der Lebensrealitäten von Frauen im Nationalsozialismus“ Antifaschistin.

Gregor Kritidis: Geschäftsführer der Naturfreunde Niedersachsen, davor Tätigkeit für die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt, den VNB sowie den DGB. Langjähriger Organisationssekretär der Loccumer Initiative Kritischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Katarzyna Miszkiel-Deppe: Leiterin der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Niedersachsen (RIAS). Gleichzeitig als Sozialarbeitswissenschaftlerin Lehrbeauftragte an der Hochschule Hannover und dort Mitarbeit in mehreren Projekten mit den Arbeitsschwerpunkten Antisemitismus und Rassismus.

Ehemalige und aktuelle Vorstandsmitglieder: Anke Biedenkapp, Beate Gonitzki, Horst Dralle, Sebastian Wertmüller, Katarzyna Miszkiel-Deppe, Tom Seibert und Gregor Kritidis (von links nach rechts). Copyright: Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover e.V.