„Die Verleugneten“ – Netzwerk plant großes Ausstellungsprojekt

© Thomas Dashuber, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Mitwirkung erwünscht!

Auf Anregung aus dem ZeitZentrum hat sich Netzwerk Erinnerung und Zukunft um die Durchführung einer Ausstellung bemüht – und es scheint zu klappen:

Es geht um die Ausstellung „Die Verleugneten“, die an die Menschen erinnert, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Die Ausstellung wurde von der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ erstellt und wird in mehreren Städten in Deutschland gezeigt.

Informationen zur Ausstellung selber und darum herum gibt es hier: https://www.die-verleugneten.de/

Mit sieben Videostationen, zwei Audiostationen, zwei Touchscreen-Bildschirme und drei
Mini-PC´s und einer sehr didaktischen Struktur verspricht die Ausstellung einen guten Zugang zum Thema.

© Thomas Dashuber, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Von Ende Januar bis Ende Februar 2027 ist sie dann im Foyer der Volkshochschule Hannover zu sehen.

Die Erfahrungen der Opfer, der vermeintlich Asozialen und Berufsbrecher stehen im Zentrum. Zwischen 1933 und 1945 greifen Behörden und Polizei gesellschaftliche Vorurteile auf. Sie kontrollieren, drangsalieren und berauben Zehntausende ihrer Freiheit. Viele werden ermordet. Westdeutschland, Österreich und die DDR verweigerten den Opfern eine Anerkennung des begangenen Unrechts und verweigerten eine Entschädigung. Erst im Februar 2020 entschied der Deutsche Bundestag: „Niemand saß zu Recht in einem Konzentrationslager, auch die als ‚Asoziale’ und ‚Berufsverbrecher’ Verfolgten waren Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft”.

Die Biografien der Opfer sind von besonderem Interesse: Da geht es viel um Vorurteile und Ressentiments, um Stigmatisierung und Ausgrenzung. Wohnsitzlosigkeit und Kleinkriminialität, Betteln und Prostitution, Fürsorgeerziehung und vieles andere findet sich, was auch stigmatisiert und vorurteilsbehaftet ist.

© Thomas Dashuber, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Da wird das Begleitprogramm eine besondere Rolle spielen: Gelingt es Menschen, Verbände, Initiativen und Organisationen einzubeziehen, die sich mit dem Leben dieser Menschen damals und heute auseinandersetzen?

Das Netzwerk will dazu anregen und wird noch vor der Sommerpause zu einem ersten Treffen für das Begleitprogramm einladen – Vernetzung und Mitwirkung ist erwünscht!

Und ein weiter Baustein ist in der Diskussion: Schaffen wir es Schulen einzubeziehen mit Angeboten für Lehrerinnen und Lehrer und für Schulklassen? Geplant ist das.

Wer beim Projekt Ausstellung mitmachen will, bitte bei Sebastian Wertmüller melden: leoperutz [at] gmx [dot] de

Zum Weiterlesen: „Die Nazis nannten sie »Asoziale« und »Berufsverbrecher«

Verfolgungsgeschichten im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik“, Herausgegeben von Frank Nonnenmacher, Campus Verlag 2024

Ein Beitrag von Sebastian Wertmüller