Ehemaliges KZ Ahlem: Hassparolen auf Gedenktafeln – Solidarität mit der Gedenkstätte und ihren Freundinnen und Freunden

Nach Informationen von RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) wurden auf dem Areal der KZ-Gedenkstätte Ahlem in Hannover Gedenktafeln mit Hassparolen beschmiert und beschädigt. Es handelt sich um Vernichtungsparolen gegen Israel und seinen Ministerpräsidenten Netanjahu und Befreiungssprüche für ein Palästina „from the river to he sea“. Beim Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover ruft das Bestürzung und Wut hervor. Die Gedenkstätte sei nicht das erste Mal das Ziel insbesondere rechtsextremer Attacken. Main sei solidarisch mit allen Freunden/innen und Mitarbeiter/innen der Gedenkstätte.

Sebastian Wertmüller, der Vorsitzende: „Dieser Angriff ist eine weitere Attacke auf die Erinnerungskultur in unserer Stadt. Vor wenigen Wochen traf es das Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Jüdinnen und Juden aus Hannover und jetzt den historischen Ort, der an die Judendeportationen aus unserer Stadt erinnert. Das ist bestürzend!“ Man denke an die Angehörigen der deportierten Jüdinnen und Juden, für sie seien das schlimme Signale. Wertmüller ortet den Anschlag in eine ganze Reihe antisemitischer Sachbeschädigungen und Angriffe in den letzten Monaten ein. Mal sei es ein Restaurant, mal eine Gedenkstätte, mal sind es antisemitische Sticker, mal Sprühereien im öffentlichen Raum.

Wertmüller: „Wer die Erinnerung an den Holocaust in Deutschland mit ihren Gedenkstätten und ihren Mahnmalen will die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten verleugnen und verdrängen. Und wer alle jüdische Menschen und alles jüdische Leben bei uns wegen der israelischen Politik und Kriegsführung attackiert, ist ein Antisemit.“

Natürlich wünsche sich das Netzwerk einen besseren polizeilichen Schutz für die bedrohten Einrichtungen und Mahnmale. Noch mehr aber brauche es eine Stärkung des historischen Bewusstseins über die Vernichtungspolitik der NS-Zeit. Die Projekte, Veranstaltungen und Aktionen der Mitglieder des Netzwerkes dazu verstünden sich als ein Teil dieser Arbeit. Bedeutsam seien klare Reaktionen aus der gesamte Zivilgesellschaft: „Es geht nicht nur um
Antisemitismus und um den Schutz jüdischen Lebens. Es geht um Angriffe auf die gesamte Demokratie, auf die demokratische Gesellschaft, wenn jüdische Menschen und die NS-Geschichte attackiert werden. Und das betrifft alle!

Beitrag und Fotos von Sebastian Wertmüller.