Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal Hannover – ein Projekt nimmt Konturen an

Ein Beitrag vom Förderverein Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal Hannover e.V.

Seit 2024 engagiert sich der Förderverein Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal Hannover e.V. für die Realisierung des von einer Initiative der Sinti und Roma in Niedersachsen, des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden und des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma vorgeschlagenen Projekts. Der Aufruf zur Errichtung des Mahnmals in unmittelbarer Nähe zum Mahnmal für die jüdischen Holocaust-Opfer wurde von Abgeordneten aller demokratischen Parteien des Bundestags, des Landtags, der Regionsversammlung und des Stadtrats Hannover, vom Oberbürgermeister und Regionspräsidenten sowie Persönlichkeiten der Kirchen, Gewerkschaften, NGOs und des öffentlichen Lebens unterstützt. Für die weitere Realisierung des Mahnmals hat Ministerpräsident Olaf Lies die Schirmherrschaft übernommen.

Platz für künftiges Mahnmal

Mit der Errichtung des Mahnmals wird im Zentrum Hannovers ein einzigartiger Erinnerungsort von internationaler Bedeutung geschaffen. Die sichtbare Verbindung zwischen den beiden Mahnmalen verdeutlicht erstmals die Gemeinsamkeit zwischen der Shoa, der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung im Herrschaftsbereich der NS-Diktatur und dem Völkermord an den Sinti und Roma. Zugleich stellt der Bezug zwischen dem Mahnmal des Italieners Michelangelo Pistoletto und dem neuen Mahnmal sowie der Gestaltung des gesamten Ensembles eine außerordentliche Herausforderung an den Prozess der Realisierung. Der herausragenden Bedeutung dieses Erinnerungsortes am Opernplatz soll ein internationaler Gestaltungswettbewerb gerecht werden, zu dem im Mai fünf renommierte Künstlerinnen und Künstler aus New York, Tirana, Prag, Breslau und Zwolle eingeladen wurden. Alle sind international erfolgreich und haben bereits im Kontext Sinti und Roma oder Mahnmalen gearbeitet. Wie beim Gestaltungswettbewerb für das jüdische Mahnmal konnte der Förderverein als unabhängige Institution auf eine Ausschreibung verzichten und eine gezielte Auswahl von Künstlerinnen und Künstlern treffen, somit auf einen längeren Vorlauf verzichten.

Aufgabe für die Künstlerinnen und Künstler ist nicht nur die Gestaltung des neuen Mahnmals, sondern ebenso der gesamte Kontext des Ortes, also die optische Einheit mit dem Pistoletto-Mahnmal und der Charakter des Platzes mit den ornamentalen Hecken auf der Seite zur Georgstrasse, der geometrisch strengen Ausrichtung des Weges und der Grünflächen. Bis Ende Oktober sollen die Entwürfe vorliegen und von einer international besetzten Jury begutachtet. Am 5. November soll dann die ausgewählte Arbeit öffentlich präsentiert werden, in der folgenden Woche haben dann Interessierte die Gelegenheit, sich in einer Ausstellung über alle Wettbewerbsbeiträge zu informieren.

Mit Abschluss des Wettbewerbs steht zum einen fest, wie das künftige Mahnmal aussehen wird, zum anderen auch die Gesamtkosten. Damit kann dann auch gezielt um Spenden geworben werden und eine möglichst breite Diskussion und Beteiligung der Stadtgesellschaft geworben werden. Dafür hatte Oberbürgermeister Belit Onay bereits bei der Vorstellung der Initiative geworben als eine Aufgabe für ganz Hannover. Ein Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma ist so nicht nur ein Zeichen des Erinnerns, sondern auch ein Zeichen dafür, Verantwortung sichtbar anzunehmen. Gerade deshalb hat dieses Vorhaben Bedeutung weit über Hannover hinaus.

Mit Veranstaltungen und Aktionen soll jetzt für das Mahnmal geworben werden. Den Auftakt macht ein Konzert des New Weißembles am 1. September um 18. Uhr auf dem Opernplatz in unmittelbarer Nähe zum Erinnerungsort. Am 18. Oktober gibt es dann im KoKi Hannover eine deutsche Premiere. Der holländische Regisseur Bob Entrop stellt die deutsche Version seines Films „Ein Stückchen Blau vom Himmel“ vor. Ihm gelang es, dass holländische Sinti vor der Kamera über ihre Deportation und das Überleben in den Konzentrationslagern sprechen.

Für die Unterstützung des Mahnmal-Projekts hat der Förderverein ein Spendenkonto bei der Hannoverschen Volksbank eingerichtet: DE 77 2519 0001 0430 7011 01 – oder ganz bequem per PayPal.