Stolpersteine – kleinen Erinnerungszeichen sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt
Wir alle kennen die kleinen Erinnerungszeichen im Pflaster. Doch was steckt eigentlich genau dahinter? Die ersten 25 Stolpersteine verlegte der Künstler Gunter Demnig im Jahr 1995 in Köln. Damals noch ohne städtische Genehmigung. Heute, über 30 Jahre später, sind es 116.000 Stolpersteine verteilt in 31 europäischen Ländern. Doch das KunstDenkmal Stolpersteine ist schon lange keine Ein-Mann-Guerilla-Aktion mehr. Vielmehr ist es ein von bürgerschaftlichem Engagement getragenes Erinnerungsprojekt. Demnig selbst spricht von über 74.000 Menschen, die sich bisher an der Recherche, der Finanzierung dem Genehmigungsprozess oder durch das Putzen der Steine am größten, dezentralen Mahnmal der Welt beteiligt haben. Mit den Steinen ist eine Datenbank verbunden, die ständig wächst. Auch bei der Stadt Hannover sind die Biografien zu allen aktuell 517 im Stadtgebiet verlegten Steinen hinterlegt.

Der Verein Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover ist gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover für die Verlegung und Pflege der Stolpersteine zuständig.
Wie man selbst zum Spurensucher werden kann, was es bedeutet eine Patenschaft für einen Stolperstein zu übernehmen und vielen anderen Fragen geht der Verein Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover in zwei offenen Kurzworkshops im September und Oktober nach.
Termine:
Workshop – Grundlagen und Recherche
Zu Gast ist Florian Grumblies vom ZeitZentrum Zivilcourage. Bei der städtischen Erinnerungskultur unter anderem für die Stolpersteine zuständig, gewährt er einen Einblick in seine Arbeit, beantwortet grundlegende Fragen und zeigt auf, wie man selbst auf Spurensuche vor der eigenen Haustür gehen kann.
Mittwoch, 30. September, 17:00 – 19:00 Uhr, Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule, Burgstraße 14, 30159 Hannover (Raum 114)
Workshop – Vermittlungsformate
Der zweite Workshop widmet sich der Frage, welchen Stellenwert Stolpersteine heute in der städtischen Erinnerungskultur einnehmen und welche Chancen sich für die historisch-politischen Bildung eröffnen. Zur Einstimmung besucht die Gruppe gemeinsam mit Autor Kersten Flenter ausgewählte Stolpersteine. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Schicksalen hinter den Steinen, trägt der wortgewandte Flenter selbstgeschriebene Texte vor, die zum Aufhorchen und Nachdenken anregen. Im Anschluss ist ein Austausch geplant.
Dienstag, 27. Oktober, 17:00 Uhr – 19:30 Uhr, Ort wird nach Anmeldung bekanntgegeben.
Teilnahme: kostenlos, Teilnehmer*innenzahl begrenzt, Anmeldung erforderlich unter: info [at] netzwerk-erinnerungundzukunft [dot] de; Tel.: 0511 67437122 (die Workshops können auch einzeln besucht werden)
